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Tambora 1815 Im April 1815 erschütterte eine Explosion die Erde mit einer Gewalt, die selbst im Zeitalter globaler Krisen kaum vorstellbar erscheint. Auf der indonesischen Insel Sumbawa brach der Vulkan Mount Tambora aus – mit einer Wucht, die den Himmel verdunkelte, das Weltklima veränderte und…
Wir wissen alles und verstehen nichts Es gibt heute Menschen, die jedes Betriebssystem beherrschen, aber keinen Satz von Thomas Mann mehr lesen können, ohne nach drei Seiten auf das Telefon zu sehen. Menschen, die in Meetings von „Kompetenzprofilen“, „Effizienzclustern“ und „skalierbaren Lösungen“…
Und der Wal bläst nimmermehr Nennt ihn Timmy. Oder nein — nennt ihn gleich Leviathan, den Letzten der Tiefe, den Apokalyptischen Großwal der öffentlich-rechtlichen Abendnachrichten. Denn wahrlich, kaum hatte dieses bedauernswerte Meeressäugetier einmal schief aus der Nordsee geblinzelt, da ward…
In eigener Sache: Ehrung Mir wurde eine große Ehre zuteil: Auf Initiative meiner lieben Freunde Fabio, Horst, Marcel und Sandro wurde mir von der Österreichischen Albert-Schweitzer-Gesellschaft die Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Das war für mich natürlich eine riesige…
Eine Abrechnung mit der Knigge-Karikatur Es ist eine dieser kulturellen Grotesken, die man eigentlich ausstellen müsste wie einen besonders misslungenen Restaurationsversuch: Ein Buch, das einst den Anspruch hatte, Menschen das Denken über den Umgang miteinander beizubringen, wird heute behandelt…
Warum der Nationalsozialismus kein Sozialismus war Der Name wirkt bis heute irritierend: Nationalsozialismus. Zwei Begriffe, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen – „Nation“ und „Sozialismus“. Während der eine für Abgrenzung, Hierarchie und oft auch Überhöhung des Eigenen steht, verbindet…
Mein lieber Freund @uendruscheit.bsky.social Udo Endruscheit hat sein neues Buch "Vom Zweifel zur Haltung" veröffentlicht und ich möchte es euch auf jeden Fall ans Herz legen. Schaut doch gleich mal beim Alibri-Verlag vorbei: www.alibri.de/Shop/Sucherg...
Die betreute Empfindlichkeit Es gibt Epochen, die an Kathedralen bauen, und es gibt Epochen, die Warnhinweise an Türrahmen kleben. Unsere hat sich entschieden, jedes Wort zunächst auf seine mögliche Kränkbarkeit hin zu untersuchen, bevor es überhaupt einen Gedanken transportieren darf. Die…
Sprache auf Bewährung Wenn man 1984 heute liest, dann fühlt man sich nicht wie ein intellektueller Tourist in einer fernen Schreckenswelt, sondern eher wie jemand, der versehentlich die Bedienungsanleitung der eigenen Gegenwart in die Finger bekommen hat. Nur dass sie ein bisschen ehrlicher…
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Nennt ihn Timmy. Oder nein — nennt ihn gleich Leviathan, den Letzten der Tiefe, den Apokalyptischen Großwal der öffentlich-rechtlichen Abendnachrichten. Denn wahrlich, kaum hatte dieses bedauernswerte Meeressäugetier einmal schief aus der Nordsee geblinzelt, da ward das ganze Land von einer Raserei ergriffen, als hätte Kapitän Ahab persönlich den Bundestag gekapert. „Da bläst er!“, schrien sie in allen Medienhäusern, und sofort rannten Reporter in gelben Regenjacken über Deiche, als gelte es, die Landung außerirdischer Götter zu dokumentieren.
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Im April 1815 erschütterte eine Explosion die Erde mit einer Gewalt, die selbst im Zeitalter globaler Krisen kaum vorstellbar erscheint. Auf der indonesischen Insel Sumbawa brach der Vulkan Mount Tambora aus – mit einer Wucht, die den Himmel verdunkelte, das Weltklima veränderte und Millionen Menschen indirekt in Hunger und Not stürzte. Der Tambora-Ausbruch war nicht nur eine regionale Naturkatastrophe, sondern ein planetarisches Ereignis.
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Und der Wal bläst nimmermehr
Tambora 1815
Es gibt heute Menschen, die jedes Betriebssystem beherrschen, aber keinen Satz von Thomas Mann mehr lesen können, ohne nach drei Seiten auf das Telefon zu sehen. Menschen, die in Meetings von „Kompetenzprofilen“, „Effizienzclustern“ und „skalierbaren Lösungen“ sprechen, aber verstummen, sobald man sie fragt, was sie eigentlich für ein gelungenes Leben halten. Sie kennen Kennzahlen, aber keine Zweifel. Sie können Prozesse optimieren, aber keinen Gedanken vertiefen.
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Mir wurde eine große Ehre zuteil: Auf Initiative meiner lieben Freunde Fabio, Horst, Marcel und Sandro wurde mir von der Österreichischen Albert-Schweitzer-Gesellschaft die Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Das war für mich natürlich eine riesige Überraschung und eine große Freude. Habt vielen lieben Dank, ihr vier "Verschwörer", diese Ehrung und euer Bemühen darum bedeutet mir mehr, als ihr denkt!
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Es ist eine dieser kulturellen Grotesken, die man eigentlich ausstellen müsste wie einen besonders misslungenen Restaurationsversuch: Ein Buch, das einst den Anspruch hatte, Menschen das Denken über den Umgang miteinander beizubringen, wird heute behandelt wie eine Gebrauchsanweisung für korrekt gefaltete Servietten. „Knigge“, das ist in der öffentlichen Vorstellung nicht mehr als ein Synonym für Besteckkunde, Sitzhaltung und die panische Frage, ob man beim Geschäftsessen zuerst zum Glas oder zum Brotkorb greifen darf.
Wir wissen alles und verstehen nichts
In eigener Sache: Ehrung
Eine Abrechnung mit der Knigge-Karikatur
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Der Name wirkt bis heute irritierend: Nationalsozialismus. Zwei Begriffe, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen – „Nation“ und „Sozialismus“. Während der eine für Abgrenzung, Hierarchie und oft auch Überhöhung des Eigenen steht, verbindet man mit dem anderen Ideen von Gleichheit, Solidarität und sozialer Gerechtigkeit. War der Nationalsozialismus also eine Art „linke“ Bewegung? Oder handelt es sich um einen historischen Etikettenschwindel?
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Dieses Buch rekonstruiert die Entwicklung des Wahrheitsbegriffs von der antiken Philosophie über die Aufklärung bis zu den postmodernen Infragestellungen des 20. Jahrhunderts. Es zeigt, wie diese Denk...
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Warum der Nationalsozialismus kein Sozialismus war
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Die betreute Empfindlichkeit
Es gibt Epochen, die an Kathedralen bauen, und es gibt Epochen, die Warnhinweise an Türrahmen kleben. Unsere hat sich entschieden, jedes Wort zunächst auf seine mögliche Kränkbarkeit hin zu untersuchen, bevor es überhaupt einen Gedanken transportieren darf. Die Literatur, einst jene herrlich ungezogene Kunstform, die Könige verspottete, Religionen zerlegte, Ehen ruinierte und Leser aus ihrem moralischen Liegestuhl schleuderte, wird inzwischen behandelt wie ein Kindergartenmobiliar mit abgerundeten Kanten.
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Wenn man 1984 heute liest, dann fühlt man sich nicht wie ein intellektueller Tourist in einer fernen Schreckenswelt, sondern eher wie jemand, der versehentlich die Bedienungsanleitung der eigenen Gegenwart in die Finger bekommen hat. Nur dass sie ein bisschen ehrlicher formuliert ist als das, was man sonst so serviert bekommt. Bei George Orwell marschieren die Stiefel noch hörbar durch die Straßen.
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Sprache auf Bewährung
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