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Die Wahrheit ist aber doch auch, wer mit seinem Gehalt auf einen Steuersatz von 35 Prozent kommt, muss ihn in der Regel gar nicht zahlen. Bei diesem Einkommen stehen genug Werkzeuge bereit: Immobilienabschreibungen, Darlehenszinsen, Altersvorsorgemodelle.
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Noch ein Argument zu den willkürlichen Stufen im Einkommenssteuergesetz: Der Spitzensteuersatz greift schon bei Einkommen, die in Ballungsräumen schlicht Mittelstand sind.
Stefan Kleeberger
Hohe Einkommen und Vermögen entstehen nie im luftleeren Raum. Sie setzen Infrastruktur voraus, Rechtssicherheit, Bildungssysteme, Gesundheitsversorgung, soziale Stabilität. Wer mehr aus diesem System zieht, zahlt mehr hinein.
der Grenznutzen eines Euro sinkt mit steigendem Einkommen. Der 100ste Euro eines Geringverdieners hat einen anderen Wert als der 100.000ste Euro eines Spitzenverdieners. Steuern die diesen Unterschied ignorieren belasten faktisch die Unteren stärker, auch wenn die nominalen Prozentsätze gleich sind.
Ich sage auch nicht „Gutverdienende sollen mehr zahlen" sondern „Vermögende und hohe Erbschaften sollen endlich ihren tatsächlichen Anteil zahlen, und der Mittelstands- Angestellte sollte dafür entlastet werden."
An der Selbstverständlichkeit arbeiten wir noch ;)
1d
Ab einem best. Einkommensniveau sinkt die Konsumquote drastisch. Hohe Einkommen fließen meist in Ersparnis und Vermögensaufbau, nicht in die Wirtschaft zurück. Progressive Besteuerung mit Umverteilung nach unten erhöht die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, weil untere Einkommen fast alles ausgeben.
Dein 35%-Gehalt funktioniert nur, weil jemand nachts die Straßen sauber hält, Kranke pflegt oder für Sicherheit sorgt. Diese Menschen zahlen keine 35 Prozent, weil ihr Einkommen es nicht hergib. Jeder gibt was er kann. Sowas ist kein Almosen der Gutverdienenden, das ist das Prinzip des Gemeinwesens.
Progression als Prinzip ist richtig. Ihre konkrete Ausgestaltung in Deutschland ist falsch kalibriert und seit Jahrzehnten nicht korrigiert worden.
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