Freier Autor und Kulturjournalist, Moderator, Ghostwriter, Mitherausgeber bei http://54books.de he/him
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Simon Sahner
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THERE IS AN ACTIVE POGROM IN NORTHERN IRELAND. FASCISTS IN SKULL MASKS ARE GOING DOOR TO DOOR PULLING MIGRANTS OUT OF THEIR HOMES AND SETTING THEM ON FIRE.
Hab es jetzt in "Manuskript Juni 26" umbenannt. Geht los jetzt.
Scheise. Verlag hat gelikt. Jetzt wird stressig.
Es ist offensichtlich, wie versucht wird, über "die gute alte Zeit" ein positiv authentisches Gefühl hervorzuholen, das durch die Eventisierung, Kommerzialisierung, die US-Propaganda-Show von Trump, durch die schiere Größe des Turniers und die Mensch- und Umweltverachtung der FIFA nicht aufkommt.
Irmgard Keun soll den Roman "Gilgi, eine von uns", ihr erster Roman, mit den Worten an den Verlag geschickt haben:
"Ich habe hier ein Manuskript von mir und wünsche bis spätestens übermorgen Antwort."
Besonders deutlich wird das aber durch die Trikot-Kampagne des DFB. Die Spieler treten wiederholt in alten WM-Trikots auf (insbesondere WM '94 in den USA), der Trainingsanzug ist an eine 90s-Ästhetik angelehnt und das offizielle WM-Trikot ist eine Hommage an das Trikot beim Titelgewinn 1990.
Ich finde vor dem Hintergrund auch die Nostalgie-Kampagne des DFB-Teams seit einigen Jahren sehr spannend. Das hat mit der WM in den USA nochmal zugenommen. Daran sieht man gut, wie versucht wird, über Nostalgie zu überdecken, dass das ein gigantisches Marketing-Event und Staatspropaganda ist.
Falls ihr noch Material für eure Analyse von Männlichkeitsinszenierungen und nationalistischen Retrotopien im Profisport braucht.
(Ich würde das gerne als humorvoll lesen, aber das Bild bietet da leider zu wenig Anhaltspunkte, was schade ist, denn die Wikinger waren sehr lustig.)
Dazu gehört seit der EM vor zwei Jahren die Tor-Hymne "Völlig losgelöst" genauso wie die ganzen DFB-Geschichtsdokus, die derzeit bei ARD und ZDF laufen. Auch generell gibt es gerade eine internationale Tendenz dazu, Fußball wieder zu romantisieren, indem man "authentische" Fußballer zeigt.
Heute Abend liest @schnalena.bsky.social in Edingen-Neckarhausen, dem Ort, wo ich aufgewachsen bin. Und ich darf moderieren. Wer also in der Region Heidelberg/Mannheim noch nichts vorhat…