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Langzeit-Monitoring von Nachtfaltern (1970–2020). Biodiversitätsverlust in Schutzgebieten & Agrarlandschaften. Datenbasiert. Wissenschaftlich. Politisch relevant. ERGEBNISSE & HINTERGRÜNDE: https://www.nachtfalter-bw.de
Nachtfalter | Biodiversität









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Die Region Tettnang gehört zu den vielfältigsten Landschaften Baden-Württembergs mit hochwertigen Schutzgebieten wie dem Eriskircher Ried. Umso unerwarteter ist der massive Artenrückgang: Von ehemals 414 Nachtfalterarten wurden im aktuellen Monitoring nur noch 200 Arten nachgewiesen!
Die Streifen unter den Reben machen ausnahmsweise sichtbar, was sonst meist verborgen bleibt: den Einsatz hochwirksamer #Pestizide direkt neben Naturschutzflächen. Würden andere Pestizide ähnlich sichtbare Spuren hinterlassen wie #Glyphosat, gäbe es vermutlich weit mehr öffentlichen Widerspruch.
Zur Einordnung: Mit Biomasse ist hier die Insektenbiomasse gemeint! Nährstoffeinträge führen zu üppigerem Pflanzenaufwuchs. In Kalkmagerrasen nimmt dadurch z. B. die Obergrasbildung d. Aufrechten Trespe zu – das verändert das Mikroklima & schadet Arten mit bodennah trockenwarmen Standortansprüchen.
In den letzten 50 Jahren wurden fast überall im Land Agrarflächen zusammengelegt & vergrößert. Der Verlust von Hecken, Säumen und randlichen Kleinstrukturen führte nicht nur zu einer Monotonisierung der Agrarlandschaft – er bildete auch die Grundlage für eine umfassende Intensivierung der Nutzung.
Diese Intensivierung wirkt sich über Stickstoff- und Pestizideinträge auch auf angrenzende Biotope aus – mit der Folge eines Rückgangs von Biomasse und Arten, der bis in Schutzgebiete hineinreicht.
Schutzgebiete brauchen unterschiedliche Expositionen: Südhänge erhitzen sich stark, Nordhänge bleiben kühler & feuchter. Bei Extremhitze können Arten in schattigere Mikroklimate ausweichen. Viele Schutzgebiete sind jedoch zu klein – Extremwetter kann dort ganze Populationen auslöschen. #Klimawandel
In Ba-Wü sind die Folgen des Klimawandels deutlich sichtbar: Die Mondfleckglucke ist eine klare Klimawandel-Verliererin. Als Art kühlfeuchter Nadelwälder verliert sie große Teile ihres Lebensraums. Aktuell zieht sie sich in montane Lagen und Moore Oberschwabens zurück. #Biodiversität #Klimawandel
Der #Klimawandel ist in Baden-Württemberg längst sichtbar. Viele kälteliebende Arten verlieren ihre Lebensstätten durch Hitze- und Dürre-Extreme bzw. zu kurze Kälteperioden im Winter. Für Populationen in kleinen Habitaten ohne Ausweichmöglichkeiten kann schon 1 einzelnes Extremjahr das Aus bedeuten.
Synthetisch-chemische #Pestizide gefährden die menschliche Gesundheit und untergraben die Bemühungen zum Schutz der #Biodiversität. #Pufferzonen mit #Ökolandbau rund um #Naturschutzgebiete könnten wirkungsvoll dazu beitragen, die Pestizidbelastung von #Naturschutzgebieten zu verringern.
Die Höhenverbreitung der Nachtfalter ist teils sehr spezifisch. In Ba-Wü (80 m |Rhein – 1.494 m |Feldberg) gibt es Verluste in allen Höhen. Einige Arten der intensiv genutzten Tieflagen weichen nach oben aus. Montanen Arten kühler Lagen fehlt diese Option: Sie sind besonders betroffen. #Klimawandel
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Nachtfalter | Biodiversität
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