Political correspondent in Kyiv, Ukraine. Writing about Ukraine, Belarus & Russia. Mainly in German. Contact: denis.trubetskoy(at)gmx.de
Denis Trubetskoy
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Würde übrigens sehr gerne völlig falsch liegen, habe jedoch - ohne sich selbst dabei auf irgendeine Weise loben zu wollen - die Perspektiven des ganzen Verhandlungsprozesses der letzten 1,5 Jahre leider noch nie gründlich falsch eingeschätzt.
Mühsam, immer das Gleiche zu wiederholen, aber: Wir befinden uns in einem Moment, in dem alles versucht werden müsste, damit Russland von seinen absurden Forderungen für einen Waffenstillstand abrückt. Das ist leider eine militärisch-wirtschaftliche und keine wirklich diplomatische Frage.
Ganz ehrlich: Es gibt wenige Dinge auf dieser Welt, die nutzloser sind als ein Sitz im UN-Sicherheitsrat.
Die Idee der europäischen Vermittlungsrolle ist sowieso schizophren, aber auch davon abgesehen muss man sich darauf konzentrieren, was realistischerweise erreichbar ist. Und hier gilt weiterhin: Die Ukraine braucht Verbündete und keine Vermittlung auf Basis der Konzepte, die eh nie umgesetzt werden.
Bei den aktuellen diplomatischen Bemühungen habe ich allerdings das sich kaum ändernde Gefühl der Zeitverschwendung. Was ich beschreibe, kann erreicht werden. Russland wird aber trotzdem nie seriösen Sicherheitsgarantien für die Ukraine, der Truppenpräsenz etc zustimmen.
Wie immer mein tiefstes Mitgefühl all den Kolleginnen und Kollegen, die gezwungen sind, einer weiteren historischen Rede von Wladimir Putin (also known as Bullshit-Bingo-WM) im Detail zuzuhören.
Versteht mich nicht falsch, ich unterstütze die jüngsten Konzepte von London im Kern voll und ganz, nur drehen wir uns damit gemeinsam in der 1438. Runde des gleichen Kreises statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Dass Moskau gerade jetzt darauf besteht, dass die Ukrainer den Norden der Region Donezk freiwillig räumen, ist eben absurd. Zumal wir alle wissen, dass der Kreml auch im ersten Schritt dann Anspruch zumindest auf Cherson und Saporischschja erheben wird.
Meine jüngste Analyse zur Lage rund um die Krim für @zeit.de.
Ich habe das kaum für möglich gehalten: Selenskyj traf letzte Woche seinen Erzrivalen Poroschenko und andere Oppositionspolitiker. Die neue Offenheit Selenskyjs zeichnet sich schon seit Jermak-Rauswurf ab, sie hat aber viel mit der Parlamentskrise zu tun. ukraineverstehen.de/selenskyjs-t...